Aktuelles

(Nicht-)Gedenken von rechtem Terror in den 1980er Jahren in Deutschland

- Veranstaltungsreihe -

Die offizielle und öffentliche Erinnerung an den Terror der 1980er Jahre ist geprägt von Anschlägen und Bedrohungen der Roten Armee Fraktion. Tatsächlich ereigneten sich in dem Jahrzehnt mehrere rechte Terroranschläge und Morde, die heute weniger präsent in der (offiziellen) deutschen Erinnerungskultur sind: Das Oktoberfestattentat in München forderte 13 Menschenleben, in Hamburg-Billbrook töteten Mitglieder der terroristischen Neonazi-Vereinigung “Deutsche Aktionsgruppen“ Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân in ihrer Unterkunft. Mehmet Kaymakçı wurde in Hamburg-Langenhorn von rechten Skinheads getötet und nur wenige Monate später wurde Ramazan Avcı an der S-Bahn-Station Landwehr ebenfalls durch extrem rechte Täter und aus rassistischen Motiven ermordet, um nur Beispiele des rechten Terrors in den 1980ern zu nennen.

Mit den Veranstaltungen dieser Reihe wollen wir zum einen an die Morde und die Ermordeten erinnern, aber auch fragen, warum diese Ereignisse weniger stark als Terror in die mehrheitsdeutsche Erinnerungskultur eingehen. Dabei sollen die 80er Jahre nicht für sich alleinstehen, sondern in ihrer Kontinuität rechter Gewalt in Deutschland.

Wir starten die Veranstaltungsreihe in diesem Jahr mit den zwei Terminen und planen, sie auch darüber hinaus noch im nächsten Jahr weiterzuführen und zu ergänzen.

Programm & Anmeldung

Newsletter 02/2021

Zum zweiten Mal in diesem Jahr möchten wir über die Arbeit der Koordinierungsstelle des Beratungsnetzwerkes gegen Rechtsextremismus informieren und über Neuigkeiten unserer Netzwerkmitglieder berichten.

Diesmal befasst sich Anika Taschke mit dem Umgang von rechten Angriffen auf zivilgesellschaftliche Projekte, worüber sie bereits auf der letzten BNW-Sitzung referiert hatte. Das Beratungsprojekt Kurswechsel stellt sein neues Projekt „[pɛrspɛktif:a]“ vor und der Nordverbund Ausstieg Rechts seine neue Online-Beratung. Außerdem ist der neue Bildungsbaustein „Corona-Mythen entkräften“ erschienen. Des Weiteren finden Sie in diesem Newsletter Informationen zur neuen Landeskoordination des bundesweiten Netzwerks Schule ohne Rassismus/Schule mit Courage in Hamburg, zu einer Sonderausstellung im  Polizeimuseum über jüdische oder mit Jüdinnen verheiratete Polizeibeamte in Hamburg zwischen 1918-1952 und über die Veranstaltung „Rechtspopulismus und Dschihad“. In der Rubrik „Fünf Fragen an...“ antwortet Sport und Jugend e.V.
Und zu guter Letzt haben wir wieder einige interessante Informationen und  Neuerscheinungen zum Themenfeld extreme Rechte für Sie  gesammelt und berichten von unserer Arbeit.

Wir wünschen eine anregende Lektüre!
Ihr Team der Koordinierungsstelle des BNW
 
Den aktuellen Newsletter finden Sie hier als PDF:

Dr. Maximilian Fuhrmann "Wirkungsweise des Extremismuskonzepts" (Vortrag)

Am 12.11.2020 veranstalteten das Beratungsnetzwerkes gegen Rechtsextremismus und die Diakonie Hamburg den Fachtag „Was darf Engagement gegen rechts?“.

Bei den Bereichen Rechtsextremismusprävention und Demokratieförderung überschneiden sich Wirkungsfelder der Sicherheitsbehörden, der Wissenschaft sowie der Bildung und der Zivilgesellschaft. Allerdings gehen nicht alle vom selben Präventions- und (Rechts-) Extremismusbegriff aus und teilen dasselbe Verständnis gelebter Demokratie. Weit verbreitet ist ein Gesellschaftskonzept wonach alle Bestrebungen, die gegen den Kern des Verfassungsstaats agieren, als extremistisch einzuordnen sind und alle anderen als demokratisch. Hieraus ergibt sich eine binäre Logik von zwei klar voneinander zu unterscheidenden gesellschaftlichen Bereichen: die demokratische Mitte und die extremen Ränder.

Ob sich diese Schablone auf die (demokratie-) pädagogische und zivilgesellschaftliche Praxis übertragen lässt, wurde von und mit verschiedenen Referent*innen diskutiert.

Eine schriftliche Zusammenfassung des Vortrags finden Sie ebenfalls in unserem BNW-Newsletter (03/2020).

Poster Verschwörungserzählungen

Mit dem Faltposter „Hilfe mein Onkel glaubt Bill Gates will uns zwangsimpfen“ haben wir Tipps und Tricks im Umgang mit Verschwörungserzählungen auf eine DinA3 Seite zusammengefasst. Das Poster soll nicht als eins-zu-eins Anleitung im Umgang mit verschwörungserzählenden Familienmitgliedern verstanden werden, da nicht jede Strategie für alle Personen und in allen Situationen passt. Vielmehr sollen Anregungen gegeben werden und auch Anknüpfungspunkte, um sich weiter über das Thema zu informieren und sich ggfs. beraten zu lassen. Die Hinweise und Tipps beziehen sich auch auf verschwörungsideologische Äußerungen in der Öffentlichkeit, aber mehr noch auf Verschwörungserzählungen, mit denen wir im privaten Umfeld konfrontiert sind. Das Poster können Sie über die Koordinierungsstelle beziehen.

Hier geht es zum Download des Posters

Hier finden Sie Informa­tions­­angebote, weiter­führende Links, sowie den direkten Kontakt zu Beratungs­angeboten in Hamburg die sich mit dem Thema der Verschwörungs­erzählungen beschäftigen: https://gegenverschwoerung.hamburg/

Die Beratungsprojekte in Hamburg sind auch weiterhin für Sie erreichbar und ansprechbar:

ÜBER UNS

Das Hamburger Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus (BNW) ist ein Zusammen­schluss von mehr als 50 zivilgesellschaftlichen und staatlichen Institutionen, die sich über Themen und Strategien zur Prävention von Rechtsextremismus, Antisemitismus und grup­penbe­zogener Menschenfeindlichkeit austauschen.

Die Beratungs-, Informations- und Bildungsangebote der Netzwerkmitglieder richten sich an Einzelpersonen ebenso wie an Gruppen und Organisationen.

Das Beratungsnetzwerk wird gefördert durch das Programm “Demokratie leben!" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie durch die Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration (Sozialbehörde) und ist Teil des Landesprogrammes „Hamburg – Stadt mit Courage“